Justizministerin Stefanie Hubig und Bauministerin Verena Hubertz (beide SPD) haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Wohnungsbau in Deutschland günstiger machen soll. Das Konzept heißt Gebäudetyp E – das E steht für einfaches, effizientes oder experimentelles Bauen.

Der Kern: Auftraggeber und Auftragnehmer können künftig gemeinsam vereinbaren, auf bestimmte Komfortstandards zu verzichten – etwa auf zusätzliche Steckdosen, Handtuchtrockner im Bad oder hohen Trittschallschutz. Bisher schrecken Planer und Firmen davor zurück, weil sie trotzdem haften könnten, wenn sie vom üblichen Baustandard abweichen. Das neue Gesetz soll diese Rechtsunsicherheit beseitigen. Wer keine solche Vereinbarung trifft, baut weiterhin nach den bisherigen Standards. Sicherheitsvorschriften – etwa zu Brandschutz, Statik und Belüftung – bleiben in jedem Fall verbindlich.

Pilotprojekte zeigen laut den Ministerien, dass sich so 10 bis 15 Prozent der Baukosten einsparen lassen; in einem Projekt in Kiel waren es sogar 25 Prozent. Der Entwurf muss noch das Kabinett passieren und den Bundestag durchlaufen. 2025 wurden in Deutschland nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – so wenige wie seit 2012 nicht mehr.