Das Europaparlament hat in Straßburg für die Einführung eines digitalen Euros gestimmt. 416 Abgeordnete votierten dafür, 169 dagegen, 22 enthielten sich. Damit kann die nächste Phase beginnen: Parlament und EU-Staaten verhandeln nun gemeinsam über den nötigen Rechtsrahmen. Die endgültige Entscheidung über die Einführung trifft danach die Europäische Zentralbank (EZB).

Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Konkret heißt das: Nutzer speichern digitale Euros in einer App – einem digitalen Geldbeutel – und können sie wie Bargeld abheben oder direkt an andere Personen schicken. Händler wären verpflichtet, das neue Zahlungsmittel zu akzeptieren. Grundlegende Dienste wie Kontoeröffnung und Guthabenverwaltung sollen kostenlos bleiben. Hintergrund ist die Marktmacht amerikanischer Anbieter: 64 Prozent aller Kartentransaktionen in Europa laufen heute über internationale Dienste wie Visa, Mastercard oder Paypal.

Bis zur Einführung bleibt noch einiges offen. Strittig sind unter anderem die Gebühren für Händler, die Obergrenze für gespeichertes digitales Bargeld sowie Datenschutzfragen. Die EZB plant ein Pilotprojekt für 2027 und eine vollständige Einführung Anfang 2029.