Trotz 21 Sanktionspaketen gegen Russland erreichten die EU-Importe von russischem Flüssigerdgas (LNG – per Schiff transportiertes Erdgas) im ersten Quartal 2026 einen historischen Höchststand: plus 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Russland bleibt damit der zweitgrößte LNG-Lieferant der EU nach den USA.

Die Zahlen dahinter sind erheblich. Zwischen 2022 und 2025 zahlten europäische Länder insgesamt 281 Milliarden Euro für russisches LNG, davon flossen 37,8 Milliarden Euro direkt in den russischen Staatshaushalt. Allein 2025 kostete russisches LNG die EU 6,7 Milliarden Euro, Pipeline-Gas weitere 5,9 Milliarden. Gleichzeitig zeigen die Sanktionen durchaus Wirkung: Die liquiden Reserven des russischen Staatsfonds schrumpften seit Kriegsbeginn um mehr als zwei Drittel, das russische BIP ging im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent zurück.

Das Problem: Europa braucht das Gas. Mitte August waren deutsche Speicher nur zur Hälfte gefüllt – weit unter dem Zielwert von 80 Prozent zum 1. November. Asiatische Käufer zahlen höhere Preise und ziehen LNG-Lieferungen ab, was den Wettbewerb um verfügbare Mengen verschärft.