Die Europäische Kommission hat gegen den chinesischen Online-Marktplatz AliExpress eine Rekordstrafe von 550 Millionen Euro verhängt. Grund: Gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika blieben wochenlang auf der Plattform – obwohl sie hätten entfernt werden müssen.

Die Kommission wirft dem Alibaba-Tochterunternehmen gleich mehrere Versäumnisse vor. Händler, die illegale Produkte verkauften, konnten ihr Geschäft oft ungestört weiterbetreiben. Gleichzeitig fehlte es an ausreichend Personal für Produktprüfungen. Besonders brisant: Rechtswidrige Artikel wurden teils aktiv beworben, bevor AliExpress sie löschte. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, das Verhalten des Unternehmens schade nicht nur Verbrauchern, sondern benachteilige auch Firmen, die sich an geltende Regeln halten.

AliExpress wies die Strafe als „unverhältnismäßig" zurück und prüft nach eigenen Angaben alle rechtlichen Optionen. Bis zum 20. Oktober muss das Unternehmen einen Aktionsplan in Brüssel vorlegen. Kommt die Kommission zu dem Schluss, dass AliExpress nicht ausreichend kooperiert, drohen zusätzlich tägliche Strafzahlungen.