Die EU-Kommission hat den chinesischen Online-Marktplatz AliExpress zu einer Strafe von 550 Millionen Euro verurteilt. Der Grund: Gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika blieben wochenlang auf der Plattform abrufbar, obwohl AliExpress sie hätte entfernen müssen. Händler, die illegale Produkte verkauften, konnten ihr Geschäft laut EU-Kommission oft ungehindert fortsetzen.

Peking reagierte scharf. Das chinesische Handelsministerium erklärte, man lehne es entschieden ab, dass die EU unter dem Deckmantel der Plattformregulierung digitale Barrieren errichte und chinesische Unternehmen diskriminiere. Die Regierung kündigte an, AliExpress bei der Verteidigung seiner Rechte zu unterstützen und eigene Schutzmaßnahmen zu ergreifen. AliExpress selbst bezeichnete die Strafe als unverhältnismäßig und prüft nach eigenen Angaben alle rechtlichen Optionen.

Das Unternehmen gehört zum chinesischen Alibaba-Konzern und zählt zu den meistgenutzten Online-Marktplätzen in Europa. Bis Oktober muss AliExpress die beanstandeten Mängel beheben – andernfalls drohen weitere Sanktionen.