Isabel Schnabel, 55-jähriges Mitglied des EZB-Direktoriums, steht laut Berichten des „Handelsblatts" vor einem vorzeitigen Abgang aus der Europäischen Zentralbank. Die deutsche Ökonomin verhandelt demnach mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Leitung der Abteilung Geld- und Kapitalmärkte – also jener Einheit, die Entwicklungen an Finanzmärkten weltweit beobachtet. Eigentlich läuft Schnabels Amtszeit erst Ende 2027 aus. Weder EZB noch IWF kommentierten den Bericht. Der betreffende IWF-Posten ist seit dem 1. September unbesetzt; zuvor leitete ihn der deutsch-amerikanische Ökonom Tobias Adrian.
Schnabels möglicher Abgang würde die Personaldebatte rund um die EZB-Spitze beschleunigen. Bis Oktober 2027 enden auch die Amtszeiten von Chefvolkswirt Philip Lane (Juni 2027) und EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Berichten zufolge könnte Lagarde bereits vor den französischen Präsidentschaftswahlen im April 2027 zurücktreten. In diesem Fall würden die Regierungschefs der Eurostaaten alle drei Direktoriumsposten gemeinsam neu vergeben.
Als einziger verbleibender deutscher Kandidat für die Lagarde-Nachfolge gilt dann Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Finanzminister Lars Klingbeil bekräftigte, Deutschland wolle bei der Nachfolgeentscheidung mitreden.
EZB-Direktorin Schnabel verhandelt über Wechsel zum IWF
Warum das wichtig ist
Die EZB-Führung entscheidet über Leitzinsen – und damit direkt darüber, wie teuer Kredite für Millionen Haushalte und Unternehmen in Europa werden.