300 elektronische Zahlungen pro Kopf tätigten Deutsche im Jahr 2025 – das zeigt eine Analyse der Boston Consulting Group (BCG), die alle Kartenzahlungen und digitalen Transaktionen erfasst, Bargeld und Schecks aber ausklammert. Damit liegt Deutschland klar hinter dem EU-Schnitt von rund 400 und weit hinter Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland, wo es etwa 700 Transaktionen pro Kopf sind.
Gleichzeitig wächst Deutschland schneller als der Rest: Die Zahl elektronischer Zahlungen stieg um rund 10 Prozent – mehr als der EU-Schnitt von 8 Prozent. Bei Kartenzahlungen allein legte Deutschland sogar um 11,3 Prozent zu und übertraf damit die USA, die nordischen Länder und den EU-Durchschnitt. Trotzdem bleibt der Abstand groß: 196 Kartentransaktionen pro Kopf stehen hierzulande 647 in den USA gegenüber. Laut Bundesbank waren 2025 erstmals 55 Prozent aller Einkaufstransaktionen bargeldlos.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant deshalb eine gesetzliche Pflicht für Geschäfte und Restaurants, neben Bargeld auch Karten- und Handyzahlung zu akzeptieren. Ein Kabinettsbeschluss soll noch 2025 folgen, die Umsetzung ist für 2027 geplant.
Deutschland zahlt öfter digital – bleibt aber EU-Schlusslicht
Warum das wichtig ist
Wer im Restaurant oder Supermarkt lieber mit Karte zahlt, könnte ab 2027 per Gesetz ein Recht darauf haben – unabhängig davon, ob der Betrieb das bisher anbietet.