Trump hat nach einem Telefonat mit Putin vereinbart, zunächst mehr als 300.000 Tonnen russischen Diesels für die USA und den Weltmarkt freizugeben. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen, danach eine Million Tonnen. Das US-Finanzministerium erteilte dafür eine temporäre Ausnahmegenehmigung – gültig bis zum 7. April 2027. Hintergrund ist innenpolitischer Druck: Vor den US-Zwischenwahlen in weniger als einem Monat belasten gestiegene Spritpreise Trumps Popularität.

Deutschland zieht nicht mit. Regierungssprecher Stefan Kornelius bekräftigte, die Bundesregierung halte an den EU-Sanktionen gegen Russland fest und arbeite gemeinsam mit europäischen Partnern an weiteren Strafmaßnahmen. Eine Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ergänzte: Deutschland beziehe seit 2023 kein russisches Öl oder Ölprodukte mehr. Die Versorgung sei diversifiziert und gesichert.

Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisierte den Deal scharf. Russland dürfe Erlöse aus Ölverkäufen direkt zur Kriegsfinanzierung nutzen, warnte er. Besonders empört zeigte er sich, weil Trumps Gesandte parallel in Miami mit ukrainischen Unterhändlern über Friedensgespräche verhandelten – ohne den Dieseldeal zu erwähnen.