Audi-Chef Gernot Döllner hat die sogenannte Schlechtwetterklausel aus dem Zukunftspakt von 2019 aktiviert. Diese Vereinbarung verpflichtet Geschäftsführung und Betriebsrat zu Verhandlungen über Sparmaßnahmen, sobald sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtern. Döllner erklärte auf der Betriebsversammlung im Werk Neckarsulm, genau das sei jetzt der Fall.

Das Werk steht unter erheblichem Druck. VW-Chef Oliver Blume hatte im September ein umfassendes Sanierungsprogramm angekündigt: Konzernweit sollen 50.000 weitere Stellen wegfallen, die Hälfte davon in Deutschland. Neckarsulm hat ein Jahr Zeit, ein Kostensenkungskonzept vorzulegen – sonst droht die Schließung. Rund 15.000 Menschen arbeiten direkt im Werk; insgesamt hängen etwa 50.000 Arbeitsplätze in der Region daran, auch bei rund 1.000 Zulieferern. Erschwerend kommt hinzu: Die Fertigungskosten liegen dort bei knapp 6.000 Euro pro Fahrzeug – selbst bereinigt um Fahrzeugklasse und Stückzahl bleiben rund 2.000 Euro Mehrkosten gegenüber wettbewerbsfähigeren Werken.

Der Betriebsrat in Neckarsulm prüft derzeit, ob die formalen Voraussetzungen für die Klausel erfüllt sind, signalisiert aber grundsätzliche Gesprächsbereitschaft.