Die deutsche Rentenkommission schlägt vor, einen Teil der gesetzlichen Rentenbeiträge künftig am Kapitalmarkt anzulegen. Vorbild ist Schweden, das dieses Modell bereits seit 1998 kennt: Dort fließen 2,5 Prozent der Bruttolöhne in die sogenannte Prämienrente – und haben im Schnitt eine Rendite von zehn Prozent erzielt.

Für Deutschland sieht der Plan zunächst bescheidener aus: Zunächst soll ein halbes Prozent des Bruttolohns in eine neue Kapitalsäule fließen, der Anteil soll dann auf zwei Prozent steigen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den verpflichtenden Beitrag. Anlegen soll das Geld laut Kommissionsvorschlag ein Staatsfonds oder die Bundesbank – anders als in Schweden, wo Versicherte aus rund 400 Fonds wählen können. Das schwedische Rentensystem stützt sich insgesamt auf drei Säulen: staatliche Rente, Betriebsrente und privates Sparen.

Kritiker, darunter der Sozialverband Deutschland, bezweifeln die Verlässlichkeit von Kapitalmarkterträgen für die gesetzliche Rente. Befürworter verweisen dagegen auf die Risikostreuung durch breit gestreute Fonds und den Ausgleich kurzfristiger Kursschwankungen über lange Anlagezeiträume.