In Berufen, auf die die Gesellschaft täglich angewiesen ist, zeichnet sich ein gravierendes Personalproblem ab. Das zeigt eine neue Auswertung der ifo Niederlassung Dresden: In den 21 Berufsgruppen, die während der Corona-Pandemie als systemrelevant eingestuft wurden, ist bereits heute jeder vierte Beschäftigte älter als 55 Jahre.
Besonders betroffen sind Fahrerinnen und Fahrer im öffentlichen Nahverkehr sowie medizinische Fachkräfte. Dort ist der Altersdurchschnitt überdurchschnittlich hoch – der bevorstehende Renteneintritt dieser Jahrgänge wird die Lücken in den nächsten zehn Jahren deutlich vergrößern. „Der demografische Wandel wird besonders in Berufen, auf die wir als Gesellschaft täglich angewiesen sind, in der nächsten Dekade deutlich spürbar sein", sagt ifo-Forscher Ernst Glöckner. Grundlage der Studie ist die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit.
Insgesamt arbeitet rund ein Drittel aller Beschäftigten in systemrelevanten Berufsgruppen. Über alle 37 Berufshauptgruppen hinweg schwankt der Anteil der über 55-Jährigen erheblich – zwischen 15 und 40 Prozent. Ein Ost-West-Gefälle bei der Altersstruktur innerhalb einzelner Berufsgruppen lässt sich dabei nicht feststellen.
Demografischer Wandel bedroht Personaldecke in systemrelevanten Berufen
Warum das wichtig ist
Wer Busse fährt, pflegt oder in der Versorgung arbeitet, gehört zu den Berufsgruppen, in denen schon in den nächsten zehn Jahren spürbar weniger Personal zur Verfügung stehen wird.