Die Bundesregierung will die Besteuerung von Kryptowährungen grundlegend ändern. Das geht aus einer Kabinettsvorlage zum Bundeshaushalt 2027 hervor, die am Wochenende bekannt wurde.
Bisher gilt für Bitcoin und andere Kryptowerte eine einjährige Haltefrist: Wer seine Coins mindestens zwölf Monate hält, kassiert Gewinne – egal in welcher Höhe – vollständig steuerfrei. Diesen Vorteil will die Bundesregierung abschaffen. Künftig sollen Kryptogewinne wie Aktiengewinne behandelt werden und der Abgeltungsteuer unterliegen. Diese pauschale Steuer auf Kapitalerträge beträgt 26,375 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag, zuzüglich möglicher Kirchensteuer. Die Haltedauer würde dann keine Rolle mehr spielen.
Die Bundesregierung begründet die Reform damit, dass auch Krypto-Anleger ihren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwohls leisten sollen. Der Haushaltsentwurf ist noch kein Gesetz – das Parlament muss noch abstimmen. Das Bundeskabinett sollte sich bereits am 6. Juli mit dem Thema befassen.
Bundesregierung plant Abgeltungsteuer auf Bitcoin-Gewinne
Warum das wichtig ist
Wer heute 10.000 Euro Gewinn mit Bitcoin macht und die Coins länger als ein Jahr hält, zahlt aktuell null Steuern – nach der geplanten Reform wären es rund 2.637 Euro.