Die Bundesregierung will eine nationale Gasreserve von 24 Terawattstunden aufbauen – das entspricht rund zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Das Wirtschaftsministerium bestätigte einen entsprechend abgestimmten Plan. Die Kosten für Aufbau und Gaseinkauf schätzt ein Insider auf bis zu 1,5 Milliarden Euro, verteilt auf die Jahre 2027 und 2028. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von 150 bis 180 Millionen Euro.
Bezahlen sollen das nicht die Steuerzahler, sondern Gasverbraucher über eine neue Umlage. Diese liegt bei 29 bis 36 Cent je Megawattstunde – deutlich weniger als die bereits abgeschaffte Gasspeicherumlage. Die erste Befüllung ist für Sommer 2027 geplant; die Beschaffung streckt sich über zwei bis drei Jahre, um den Markt nicht zu verzerren. Im Krisenfall entscheidet die Bundesnetzagentur über den Einsatz der Reserve.
Konkret soll die Reserve einen 30-tägigen Ausfall des Anlandepunkts Dornum für norwegisches Gas abfedern – oder alternativ 40 Tage fehlende LNG-Importe überbrücken. LNG steht für verflüssigtes Erdgas, das per Schiff transportiert wird.
Bundesregierung plant 1,5-Milliarden-Gasreserve auf Kosten der Verbraucher
Warum das wichtig ist
Wer Gas verbraucht, zahlt künftig eine neue Umlage von bis zu 36 Cent pro Megawattstunde – für einen durchschnittlichen Haushalt mit rund 15.000 kWh Jahresverbrauch wären das etwa 5,40 Euro pro Jahr.