Die Bundesanwaltschaft hat Räumlichkeiten eines russischen Beschuldigten in Berlin sowie ein Unternehmen in Frankfurt am Main durchsucht. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass die deutsche Gasversorgung nach Beginn des Ukraine-Kriegs gezielt sabotiert werden sollte.

Konkret geht es um Vorgänge rund um die frühere Gazprom Germania GmbH. Ende März 2022 lösten die damaligen Gesellschafter das Berliner Unternehmen über Anteilsverkäufe aus dem russischen Gazprom-Konzern heraus. Als neuer Eigentümer trat ein Moskauer Unternehmen ohne Branchenbezug auf, das unmittelbar danach die Liquidation anordnete – ohne die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung des Bundeswirtschaftsministeriums. Zu diesem Zeitpunkt hielt die Gesellschaft mindestens 25 Prozent der deutschen Erdgasspeicherkapazitäten. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den Beschuldigten, diese Liquidation aktiv unterstützt zu haben.

Verhindert wurde die Auflösung, weil das Ministerium die Bundesnetzagentur als Treuhänderin einsetzte. Das Unternehmen wurde verstaatlicht und heißt heute Securing Energy for Europe (Sefe). Festnahmen gab es bei den Razzien nicht.