Super E10 kostet im Tagesdurchschnitt 2,286 Euro je Liter – ein neuer Rekord. Diesel liegt mit 2,412 Euro nur vier Cent darunter. Ausgelöst wurde der Anstieg unter anderem durch die Sperrung der Straße von Hormus, die Kontrolle der Huthi-Miliz über die Meerenge Bab al-Mandab sowie die Stilllegung einer saudischen Pipeline nach einem Drohnenangriff.

In Europa reagieren Regierungen mit Druck: Mehr als 120 politische Eingriffe zählen Beobachter bereits in 22 Staaten. Auch die Bundesregierung kündigt Maßnahmen an. Diskutiert werden Tankrabatte, Steuersenkungen und Preisdeckel. Letztere gelten als haushaltsneutral, weil sie nicht den Fiskus belasten, sondern die Margen der Mineralölkonzerne begrenzen. Belgien und Luxemburg wenden solche Deckel seit Jahrzehnten an – Belgien seit 1974, Luxemburg seit 2004. Beide Länder legen regelmäßig Höchstpreise auf Basis von Großhandelsnotierungen fest und sichern den Anbietern eine feste Vertriebsmarge von rund 23 Cent in Belgien beziehungsweise 10 bis 15 Cent in Luxemburg.

Ökonomen warnen dennoch: Höhere Preise dämpfen die Nachfrage und wirken so Engpässen entgegen – staatliche Eingriffe können diesen Mechanismus aushebeln.