Steigende Bauzinsen bremsen den deutschen Immobilienmarkt spürbar aus. Für Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung – also dem Zeitraum, in dem der Zinssatz festgeschrieben ist – zahlen Käufer derzeit rund 4,25 Prozent jährlich. Das ist der höchste Stand seit Mai 2011, wie die Analysefirma Barkow Consulting ermittelt hat.

Das Hamburger Gewos-Institut erwartet deshalb, dass die Zahl der Wohnimmobilienkäufe 2026 auf rund 612.000 sinkt – ein Rückgang von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig dürfte der Gesamtumsatz um 2,0 Prozent auf knapp 211 Milliarden Euro fallen. Besonders stark trifft es Eigenheimkäufer: Hier rechnet Gewos mit einem Minus von mehr als fünf Prozent. Neben den Zinsen treiben auch steigende Baupreise und die allgemeine Teuerung viele potenzielle Käufer zur Zurückhaltung. Hinzu kommen eine strengere Kreditvergabe der Banken sowie Unsicherheiten durch Kriege und Zollkonflikte.

Weitere Zinsanstiege sind laut Experten möglich. Max Herbst von der FMH-Finanzberatung hält eine Marke von 4,5 Prozent für erreichbar.