Wer heute einen Immobilienkredit über 400.000 Euro aufnimmt, zahlt bei 4,1 Prozent Zinsen und zwei Prozent Tilgung monatlich 2.033 Euro – rund 166 Euro mehr als noch bei 3,6 Prozent. Das zeigt eine Beispielrechnung der Verbraucherzentrale Hessen. Die durchschnittlichen Bauzinsen für zehnjährige Darlehen liegen derzeit bei etwa 4,2 Prozent.
Wer die monatliche Rate drücken will, indem er die Tilgung senkt, riskiert laut Verbraucherschützerin Gudrun Römhild eine hohe Restschuld am Ende der Zinsbindung – und damit Probleme bei der Anschlussfinanzierung. Stattdessen empfehlen Experten flexible Vertragsbausteine: etwa das Recht, die Tilgung jederzeit ohne Angabe von Gründen zu erhöhen. Max Herbst von der FMH-Finanzberatung hält solche Optionen für „Pflicht".
Gleichzeitig zeigt ein Blick auf den Sparmarkt: Tagesgeld-Aktionszinsen erreichen derzeit bis zu 4,25 Prozent – allerdings nur für drei bis vier Monate und ausschließlich für Neukunden. Herbst rechnet vor, dass sich Sondertilgungen erst dann weniger lohnen als Sparen, wenn Anlagezinsen dauerhaft über fünf Prozent vor Steuern liegen. Das ist aktuell nicht der Fall.
Bauzinsen bei 4,2 Prozent: Tilgen schlägt Sparen
Warum das wichtig ist
Wer eine Anschlussfinanzierung plant – etwa weil eine Zinsbindung aus 2016 zu rund 1,2 Prozent ausläuft – muss heute mit deutlich höheren Raten rechnen und sollte Tilgungsflexibilität vertraglich sichern.