Alan Greenspan, langjähriger Chef der US-Notenbank Federal Reserve, ist gestorben. Er leitete die Fed 19 Jahre lang – länger als fast jeder seiner Vorgänger – und prägte damit eine der einflussreichsten Zentralbanken der Welt.
In seiner Amtszeit hielt Greenspan die Zinsen niedrig, die Börsen boomten, und die Inflation blieb unter Kontrolle. Das brachte ihm den Ruf eines nahezu unfehlbaren Marktlenkers ein – Beobachter nannten ihn das „Orakel". Sein Kommunikationsstil war berühmt für bewusste Unklarheit: Klare Aussagen vermied er systematisch.
Doch das Urteil der Geschichte fiel härter aus. Nach seinem Abgang brach 2008 die schwerste Finanzkrise seit Jahrzehnten aus. Kritiker machten seine Niedrigzinspolitik mitverantwortlich für die Spekulationsblasen, die sich in dieser Zeit aufgebaut hatten. Aus dem gefeierten Magier wurde ein entzauberter Notenbanker.
Alan Greenspan gestorben – Legende und Sündenbock der Fed
Warum das wichtig ist
Greenspans Amtszeit zeigt, wie stark Zinsentscheidungen einer Zentralbank Jahrzehnte später noch Folgen haben können – bis hin zu globalen Finanzkrisen.