Niedrige Pegelstände auf dem Rhein belasten die deutsche Industrie spürbar. Die Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet den Fluss als „zentrale Lebensader" – besonders die Chemie-, Energie- und Stahlindustrie trifft das Niedrigwasser hart. Gleichzeitig warnt LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch, dass die Pegelstände ein neues Abwärtsrisiko für die Konjunktur darstellen.
Konkret heißt das: Die Binnenschifffahrt auf Europas wichtigster Wasserstraße ist seit Tagen behindert, Lieferketten reißen, die Produktion stockt. Bereits 2018 verursachte ein vergleichbares Niedrigwasser volkswirtschaftliche Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro – und die Ausgangslage für die deutsche Wirtschaft ist diesmal ohnehin schwächer. Zwar stieg der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im Juni um 3,1 Prozent, doch Ökonomen warnen: Ohne Großaufträge wären die Bestellungen geschrumpft.
Kemfert plädiert deshalb für höhere Investitionen in den Klimaschutz. Jeder Euro bringe einen Nutzen vom 1,8- bis 4,8-Fachen – weil künftige Schäden durch Dürren, Hitze und Überschwemmungen so vermieden werden könnten.
Rhein-Niedrigwasser kostet Wirtschaft Milliarden und stört Lieferketten
Warum das wichtig ist
Stockende Lieferketten durch Niedrigwasser können Preise für Kraftstoffe und Industriegüter treiben – ähnlich wie 2018, als allein die volkswirtschaftlichen Kosten 2,4 Milliarden Euro erreichten.