Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt eine Steuer auf Kunststoffverpackungen voran – doch 42 Wirtschaftsverbände wollen das verhindern. In einem Brief vom 29. Oktober an Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) fordern sie, das Vorhaben zu stoppen.

Ab Juli 2027 sollen demnach 550 Euro pro Tonne Kunststoff in Verpackungen fällig werden. Klingbeil plant bereits fest mit den Einnahmen: Für das zweite Halbjahr 2027 erwartet der Bund rund 805 Millionen Euro, ab 2028 sollen es knapp 1,5 Milliarden Euro jährlich sein. Die Steuer trifft Hersteller und Importeure – dürfte aber an die Kunden weitergegeben werden. Konkret rechnet das Ministerium mit 0,28 Cent mehr für einen Joghurtbecher und 1,93 Cent für eine große PET-Flasche.

Die Unterzeichner – darunter BDI, Handelsverband Deutschland und DIHK – kritisieren höhere Bürokratiekosten, Wettbewerbsnachteile und fehlende Anreize für mehr Recycling. Besonders drängt die Zeit: Die Verbände verlangen, dass die Steuer nicht im Eilverfahren auf die Kabinettssitzung diese Woche kommt. Auch innerhalb der Koalition gibt es Widerstand – die Union steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber.