Wirtschaftsweise Veronika Grimm erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach sie sich für die vollständige Abschaffung der Mütterrente und eine Reform der Witwenrente aus.

Die Mütterrente kostet den Staat jährlich 13,5 Milliarden Euro. Grimm sieht darin eine familienpolitische Leistung, die nicht über die Rentenkasse, sondern aus Steuermitteln finanziert werden müsste – und deshalb gestrichen gehört. Noch größer ist der Posten bei der Witwenrente: Sie schlägt mit fast 50 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche, das entspricht einem Achtel aller Rentenausgaben. Wie eine Reform konkret aussehen soll, ließ Grimm offen. Ihr Kollege Martin Werding hatte bereits die vollständige Abschaffung gefordert, weil Frauen heute selbst für das Alter vorsorgen könnten.

Grundsätzlich lobt Grimm die Richtung der schwarz-roten Koalition unter Kanzler Friedrich Merz. Die beschlossene Abschaffung der abschlagsfreien Frührente – bekannt als „Rente mit 63" – sei aber nur ein erster Schritt. „Nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft", kritisierte sie. Den Bundeshaushalt bezeichnete sie als „aus dem Ruder" laufend.