Fast sechs Monate nach Kriegsbeginn verschärfen die USA ihren Wirtschaftsdruck auf den Iran. US-Finanzminister Scott Bessent belegte am Montag knapp 60 Unternehmen, Einzelpersonen und Schiffe mit Strafmaßnahmen. Die Sanktionen richten sich gegen fünf Sektoren: Kryptowährungen, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt – also alle Bereiche, über die die iranischen Revolutionsgarden Einnahmen erzielen könnten. Bessent sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day" und drohte Staaten, die weiter Geschäfte mit Teheran machen, mit dem Ausschluss aus dem Dollar-Finanzsystem. Konkrete Fristen oder betroffene Länder nannte er nicht.

Ob der Druck wirkt, bezweifelt Nahostexperte Ali Fathollah-Nejad vom Thinktank CMEG. Die iranische Führung sehe sich im Konflikt als Sieger, weil die USA bislang keinen politischen oder strategischen Erfolg vorweisen könnten. Zwar räumten moderate Kräfte wie Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf wirtschaftliche Probleme ein. Sogenannte Ultra-Hardliner sähen jedoch keine Dringlichkeit zum Einlenken und setzten weiter auf Konfrontation. Ein kurzfristiger Kurswechsel Teherans sei „Wunschdenken", so Fathollah-Nejad.

Die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – bleibt derweil weitgehend blockiert.