Die US-Inflation ist im Juni auf 3,5 Prozent gesunken – nach 4,2 Prozent im Mai. Das ist der größte Rückgang seit mehr als sechs Jahren. Ökonomen hatten im Schnitt mit 3,8 Prozent gerechnet. Besonders sinkende Energiepreise sorgten für Entlastung, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte.

Trotzdem gibt Fed-Chef Kevin Warsh keine Entwarnung. Bei einer Anhörung vor dem US-Kongress bekräftigte er, die Notenbank dulde keine dauerhaft erhöhte Inflation. Der Leitzins – also der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen – liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent, unverändert seit der ersten Sitzung unter Warshs Leitung im Juni. Eine Anhebung am 29. Juli gilt nun als weniger wahrscheinlich. Fed-Direktoriumsmitglied Christopher Waller schloss sie für spätere Sitzungen jedoch ausdrücklich nicht aus.

Die Finanzmärkte reagierten verhalten positiv: Der S&P 500 legte 0,4 Prozent zu, der Nasdaq gut ein Prozent. Der Dax schloss bei 25.147 Punkten knapp über der Marke von 25.000 Zählern.