Der deutsche Einzelhandel steckt tief in der Krise. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen nennen 79 Prozent der Händler die Kaufzurückhaltung der Verbraucher als ihre drängendste Herausforderung. HDE-Präsident Alexander von Preen beschreibt die Lage als „noch dramatischer als im eher bescheidenen Vorjahr" – die Konsumstimmung liege auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns.
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung: die Nachwirkungen der Teuerungswelle. Lebensmittel kosten laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 37 Prozent mehr als 2020. Obwohl Mindestlohn, Tariflöhne und Renten die Kaufkraftverluste inzwischen rechnerisch ausgeglichen haben, fühlt sich eine Mehrheit der Menschen schlechter gestellt als vor fünf Jahren. Gleichzeitig bewerten 51 Prozent der Deutschen die wirtschaftliche Lage negativ – im internationalen Vergleich ein besonders kritischer Wert.
Nicht alle Bereiche leiden gleich stark. Der stationäre Handel stagniert, während der Onlinehandel real um 3,5 Prozent zulegen soll. Bereits etwa ein Siebtel aller Einzelhandelsumsätze entfällt auf das Netz.
Einzelhandel in der Krise: 79 Prozent der Händler kämpfen mit Kaufzurückhaltung
Warum das wichtig ist
Wer im Supermarkt das Gefühl hat, mehr zu zahlen als früher, liegt richtig – Nahrungsmittel sind seit 2020 im Schnitt 37 Prozent teurer geworden.