Jede zweite erwerbstätige Frau in Deutschland arbeitet in Teilzeit – laut Statistischem Bundesamt waren es zuletzt rund 49 Prozent. Männer dagegen nur zu etwa einem Siebtel. Das hat direkte Folgen für die Altersvorsorge.

Das Rentensystem funktioniert über sogenannte Rentenpunkte: Pro Jahr Vollzeitarbeit mit Durchschnittsgehalt sammelt man einen Punkt, der aktuell rund 40,79 Euro monatliche Bruttorente wert ist. Wer 60 Prozent Teilzeit arbeitet, sammelt entsprechend nur 0,6 Punkte pro Jahr. Über 30 Arbeitsjahre ergibt das eine monatliche Bruttorente von rund 734 Euro statt 1.224 Euro bei Vollzeit – eine Lücke von 490 Euro monatlich. Hochgerechnet auf 20 Jahre Rentenbezug sind das knapp 118.000 Euro weniger.

Hinzu kommen Ketteneffekte: Weniger Gehalt bedeutet auch weniger Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge und weniger Kapital für private Vorsorge. Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen liegt laut Statistischem Bundesamt insgesamt bei rund einem Viertel – strukturell bedingt durch Teilzeit, Erwerbspausen und geringere Löhne in typischen Frauenberufen.