Der Bund der Steuerzahler hat sein Schwarzbuch 2026/27 veröffentlicht – die 54. Ausgabe dokumentiert 100 Fälle, in denen Bund, Länder und Kommunen Steuergelder nach Ansicht des Verbands sorglos ausgegeben haben. Die Spanne reicht von kleinen Fehlplanungen bis zu Milliardenprojekten.
Der größte Fall betrifft den geplanten Regierungsflughafen am BER in Schönefeld. 2019 kalkulierte der Bund noch 344 Millionen Euro – inzwischen könnten die Gesamtkosten auf bis zu 2,5 Milliarden Euro steigen. Das Gelände soll auf knapp 60 Hektar wachsen, mehr als 1.100 Beschäftigte dort arbeiten. Fertigstellung: frühestens 2038. Auch in Hessen gibt es Kritik: Das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel kostet rund 35 Millionen Euro, ohne dass bislang Einnahmen durch Eintrittsgelder kalkuliert wurden. Dazu rügt der Verband 776.000 Euro für das neue Corporate Design der hessischen Landesregierung inklusive des vieldiskutierten Löwen-Logos.
Der Steuerzahlerbund ist ein Lobbyverband, der politischen Druck für sparsamen Umgang mit öffentlichen Mitteln aufbauen will. Seine Bewertungen sind subjektiv – amtliche Prüfungen sind es nicht.
Steuerzahlerbund listet 100 Fälle von Geldverschwendung im Schwarzbuch 2026
Warum das wichtig ist
Wer Steuern zahlt, finanziert diese Projekte mit – etwa 18.400 Euro pro laufendem Meter für den neuen Sicherheitszaun rund um Schloss Bellevue.