Die schwarz-rote Bundesregierung plant zum 1. Januar 2027 eine Einkommensteuerreform, die laut Finanzministerium ab 2028 ein Entlastungsvolumen von rund zehn Milliarden Euro erreichen soll. Besonders Familien mit Kindern profitieren: Eine Familie mit zwei Einkommen und zwei Kindern soll bis zu 642 Euro jährlich weniger Steuern zahlen.
Doch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln rechnet vor, dass steigende Lohnnebenkosten die Entlastung weitgehend auffressen. Die Rentenversicherungsbeiträge steigen bis 2028 voraussichtlich von 18,6 auf 19,9 Prozent des Bruttolohns. Zieht man das ab, bleibt einem Single mit 30.000 Euro Jahreseinkommen nur noch ein Plus von elf Euro. Wer 50.000 Euro verdient, zahlt unterm Strich 47 Euro mehr – bei 70.000 Euro sind es sogar 97 Euro Mehrbelastung. IW-Steuerexperte Tobias Hentze kritisiert zudem, dass die sogenannte kalte Progression – der schleichende Kaufkraftverlust durch Inflation – diesmal nicht vollständig ausgeglichen werde.
Das Finanzministerium bestätigt offen, dass seine Entlastungsberechnungen die künftigen Sozialabgaben nicht einbeziehen.
Steuerreform 2027: Entlastung schrumpft durch steigende Rentenbeiträge
Warum das wichtig ist
Wer als Single 50.000 Euro brutto verdient, könnte trotz Steuerreform ab 2028 netto 47 Euro pro Jahr weniger haben als heute.