Ermittler der Staatsanwaltschaft Düsseldorf haben die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsucht. Im Mittelpunkt stehen Cum-Cum-Geschäfte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010 – also Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag, mit denen ausländische Anleger unrechtmäßig Steuervorteile abschöpften. Der vermutete Schaden: mehr als 350 Millionen Euro.

Zehn ehemalige Postbank-Manager gelten als Beschuldigte. Sie sollen dafür verantwortlich sein, dass das Institut falsche oder unvollständige Steuererklärungen abgegeben hat. Die Deutsche Bank selbst steht nicht im Fokus der Ermittlungen – sie wird als Rechtsnachfolgerin durchsucht, weil sie die Postbank ab 2009 schrittweise übernahm. Ein Sprecher bestätigte die Maßnahme und erklärte, die Bank kooperiere vollumfänglich mit den Behörden.

Cum-Cum-Geschäfte gelten als Verwandte der bekannteren Cum-Ex-Deals. Während bei Cum-Ex nie gezahlte Steuern erstattet wurden, nutzten Banken bei Cum-Cum einen Steuervorteil für inländische gegenüber ausländischen Aktionären aus. Dem deutschen Fiskus entstand dadurch insgesamt ein geschätzter Schaden von 28 Milliarden Euro – mehr als bei Cum-Ex.