Die SPD hält an der Einführung einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne fest, obwohl die EU-Kommission eine europaweite Sondersteuer auf Krisengewinne von Energiekonzernen abgelehnt hat. Die Sozialdemokraten fordern die Umsetzung auch ohne eine Einigung auf EU-Ebene und provozieren damit einen neuen Konflikt mit dem Koalitionspartner CDU. Eine Übergewinnsteuer würde zusätzliche Abgaben auf außergewöhnlich hohe Gewinne von Ölunternehmen bedeuten, die diese während der Energiekrise erzielt haben. Die EU-Kommission hat sich gegen eine einheitliche europäische Regelung ausgesprochen, was den deutschen Alleingang der SPD zur Diskussion stellt. Der Vorstoß steht im Zusammenhang mit der Debatte um den Tankrabatt und die Entlastung der Verbraucher bei den Kraftstoffpreisen. Die unterschiedlichen Positionen zwischen SPD und CDU zu diesem Thema verdeutlichen die Spannungen innerhalb der Koalition bei wirtschaftspolitischen Fragen.