Ein verpflichtendes Rentensplitting als Ersatz für die Witwenrente würde die meisten verheirateten Paare in Deutschland finanziell schlechterstellen. Das zeigt eine neue Studie des Ifo-Instituts. Beim Rentensplitting teilen Partner die gemeinsam erworbenen Rentenpunkte untereinander auf, statt dass der Hinterbliebene nach dem Tod des anderen einen Teil von dessen Rente erhält.

Die Ifo-Forscher berechneten typische Ehebiografien über den gesamten Lebensverlauf – mit unterschiedlichem Heiratsalter, Altersabstand und Einkommensdifferenz. Ergebnis: Je nach Konstellation verlieren Paare bis zu rund 152.000 Euro, können aber in Einzelfällen auch bis zu 153.000 Euro gewinnen. Profitieren würde vor allem die gesetzliche Rentenversicherung, deren Ausgaben deutlich sinken würden. Ifo-Niederlassungsleiter Marcel Thum fasst es so zusammen: Auch wenn ein Partner gewinnt, verliert das Ehepaar als Ganzes fast immer. Die Alterssicherungskommission hatte eine Überarbeitung der Hinterbliebenenversorgung angeregt, aber keine konkrete Empfehlung ausgesprochen.

Eine solche Reform würde laut aktuellem Stand nur künftige Ehen betreffen. Bestehende Ansprüche auf Witwen- oder Witwerrente blieben erhalten.