Die schwarz-rote Koalition streitet um die sogenannte Rente mit 63 – gemeint ist die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren. Ein Vorschlag aus der Union sieht vor, Kindererziehungszeiten, Krankengeldphasen und Arbeitslosigkeit künftig nicht mehr auf diese 45 Jahre anzurechnen. Laut Rentenökonom Axel Börsch-Supan würde das Frauen deutlich stärker treffen als Männer.

Der Grund: Männer, die heute abschlagsfrei früher in Rente gehen, haben im Schnitt 38,1 Jahre tatsächlich gearbeitet und Sozialabgaben gezahlt. Bei Frauen sind es nur 33,6 Jahre. Kindererziehungszeiten machen bei Frauen rund 8,5 Prozent der anrechenbaren Wartezeit aus – knapp vier Jahre. Bei Männern spielen sie kaum eine Rolle. Gleichzeitig empfiehlt die Alterssicherungskommission der Bundesregierung, die abschlagsfreie Frührente ganz abzuschaffen und durch eine Schutzrente für gesundheitlich eingeschränkte Versicherte zu ersetzen.

Bundeskanzler Friedrich Merz will bis Ende 2025 eine Koalitionseinigung erzielen. Der Gesetzentwurf soll noch 2026 ins Kabinett und im ersten Quartal 2027 im Bundestag beschlossen werden. 2025 nutzten 262.361 Menschen die Frührentenregel – das entspricht 28,3 Prozent aller Altersrentenzugänge.