74 Prozent der Deutschen sprechen sich gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren aus. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen, die zwischen dem 20. und 22. Oktober insgesamt 1.225 Personen online und telefonisch befragte. Nur 21 Prozent befürworten die Abschaffung.
Gleichzeitig sehen viele Reformbedarf: 83 Prozent halten eine grundlegende Rentenreform zur Stabilisierung des Systems für wichtig oder sehr wichtig. Die schwarz-rote Koalition plant, die Frührente abzuschaffen – das geht auf eine Empfehlung der Alterssicherungskommission zurück. Widerstand kommt dabei nicht nur von der SPD, sondern auch von den drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten. CDU-Fraktionschef Thorsten Frei deutete einen möglichen Kompromiss an: Künftig könnten nur noch echte Arbeitsjahre zählen, nicht mehr alle anrechenbaren Versicherungszeiten wie Kindererziehungszeiten oder Arbeitslosengeld-Phasen.
Aktuell können Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren mit 64 Jahren und acht Monaten abschlagsfrei in Rente gehen – je nach Geburtsjahrgang.
Drei Viertel der Deutschen wollen Rente mit 63 behalten
Warum das wichtig ist
Wer 45 Jahre eingezahlt hat und künftig zwei Jahre früher aufhören will, müsste bei einer Abschaffung dauerhaft 7,2 Prozent weniger Rente einplanen.