Die Rentenkommission hat ihren Reformbericht vorgelegt – mit 33 Maßnahmen, darunter eine besonders weitreichende: Minijobs sollen in ihrer heutigen Form weitgehend wegfallen. Derzeit dürfen Minijobber bis zu 603 Euro monatlich verdienen, ohne Sozialabgaben zu zahlen. Künftig sollen sie in Renten-, Pflege- und Krankenkasse einzahlen. Ausnahmen sind nur für Schülerinnen und Schüler vorgesehen.
Rund 6,8 Millionen Menschen wären betroffen. Davon arbeiten etwa 6,5 Millionen im gewerblichen Bereich, rund 250.000 in Privathaushalten. Frauen stellen mit 55,9 Prozent die Mehrheit der gewerblichen Minijobber. Die größten Branchen sind Handel und Gastronomie – dort ist der Widerstand am lautesten. Der Hotel- und Gaststättenverband bezeichnete die Pläne als „Katastrophe", die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt sie ebenfalls ab. Gewerkschaften hingegen befürworten die Reform.
Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gibt es bisher nicht. Das Bundesarbeitsministerium hat sich dazu nicht geäußert.
Rentenkommission will Minijobs abschaffen – 6,8 Mio. Betroffen
Warum das wichtig ist
Wer 603 Euro im Minijob verdient, müsste allein durch den Rentenbeitrag künftig rund 56 Euro weniger pro Monat einplanen – hinzu kämen Pflege- und Krankenkassenbeiträge.