Zwei viel genutzte Abonnements stehen im Mittelpunkt aktueller Preisdebatten: Das Deutschlandticket wird teurer, und Amazons Prime-Preiserhöhung beschäftigt den Bundesgerichtshof.
Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket — ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr — 66,80 Euro statt bisher 63 Euro. Seit seiner Einführung 2023 für 49 Euro ist der Preis damit um fast 18 Euro gestiegen. Derzeit nutzen rund 14,5 Millionen Menschen das Ticket.
Erstmals legte nicht die Politik den Preis fest, sondern ein automatischer Preisindex, der Kosten für Personal und Energie abbildet. Bund und Länder halten ihren gemeinsamen Zuschuss bei fix 3 Milliarden Euro jährlich.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert die Entwicklung scharf: Regelmäßige Preisanstiege höhlten den Erfolg des Tickets aus, warnt Vorständin Ramona Pop. Der vzbv fordert zusätzlich einen bundesweit einheitlichen Nahverkehrstarif für Gelegenheitsfahrer ohne Abo-Zwang.
Parallel prüft der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, ob Amazons Preiserhöhung für Prime-Abos aus dem Jahr 2022 rechtmäßig war. Amazon hatte den Jahrespreis ohne ausdrückliche Kundenzustimmung von 69 auf 89,90 Euro angehoben. Land- und Oberlandesgericht Düsseldorf erklärten die Preisanpassungsklausel bereits für unwirksam. Rund 145.000 Menschen haben sich bislang in ein Klageregister für eine Sammelklage eingetragen.
Preiserhöhungen unter der Lupe: Deutschlandticket und Amazon Prime vor Gericht
Warum das wichtig ist
Wer ein Deutschlandticket oder ein Amazon-Prime-Abo nutzt, sollte steigende Kosten einkalkulieren — und im Fall von Prime möglicherweise Ansprüche auf Rückzahlung prüfen.