Im ersten Halbjahr 2026 nutzten 5,7 Milliarden Menschen Busse und Bahnen im Nahverkehr – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Rekordhohe Spritpreise treiben zusätzliche Fahrgäste in den ÖPNV, gleichzeitig macht das Deutschlandticket für 63 Euro im Monat den Umstieg attraktiver.
Doch das Angebot wächst nicht mit der Nachfrage – es schrumpft. Der Deutsche Städtetag warnte, dass 2026 und 2027 bundesweit über zehn Prozent weniger Nahverkehr angeboten werden könnten. Grund ist eine klaffende Finanzierungslücke: Für die nächsten fünf Jahre fehlen laut Städtetag rund 14 Milliarden Euro. Gestrichen wird vor allem dort, wo das Netz ohnehin dünn ist – abends, am Wochenende und auf Buslinien im Umland.
Konkret heißt das: Wer auf dem Land lebt und kein Auto hat, verliert Verbindungen, die seinen Alltag erst möglich machen. Gleichzeitig steigen die Ticketpreise. Ohne grundlegende Reformen bei Finanzierung und Organisation droht dem Nahverkehr ein Teufelskreis aus höheren Kosten und sinkendem Angebot.
ÖPNV: Mehr Fahrgäste, aber weniger Busse und Bahnen ab 2027
Warum das wichtig ist
Wer das Deutschlandticket für 63 Euro nutzt, muss ab 2027 mit Preiserhöhungen und ausgedünnten Verbindungen rechnen – besonders außerhalb der Städte.