Neue Militäreskalationen an der Straße von Hormus haben den Rohölpreis am Mittwoch erstmals seit Mitte Juli wieder über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) getrieben – mit spürbaren Folgen für Finanzmärkte und Verbraucher.

Auslöser war eine Eskalationsspirale zwischen den USA und dem Iran: Das US-Militär zerstörte als Vergeltung für Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarden antworteten nach eigenen Angaben mit Raketenangriffen auf Jordanien – 20 ballistische Raketen wurden laut jordanischer Staatsagentur Petra abgefangen.

Die Nordseesorte Brent verteuerte sich auf bis zu 100,85 Dollar, die US-Sorte WTI stieg um rund 3 Prozent auf 96 Dollar. Seit Anfang August hat Brent-Öl damit mehr als ein Viertel an Wert gewonnen – liegt aber noch deutlich unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar vom April.

Auch der europäische Erdgaspreis zog an: Der Terminkontrakt TTF – der maßgebliche Referenzpreis für europäisches Gas – stieg erstmals seit Ende 2022 auf bis zu 79,11 Euro je Megawattstunde. An deutschen Tankstellen kostete Super E10 im Schnitt 2,259 Euro pro Liter, Diesel 2,321 Euro – jeweils rund acht bis neun Cent mehr als in der Vorwoche.

Die Aktienmärkte reagierten empfindlich: Der Dax fiel auf 25.627 Punkte, rund 1.000 Punkte unter sein Ende-August-Rekordhoch. Auch Wall Street notierte im Minus – der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 7.653 Punkte.