Mehr als die Hälfte der deutschen Babyboomer verlässt das Erwerbsleben vor der gesetzlichen Altersgrenze. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) auf Basis der Daten der Deutschen Rentenversicherung zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Konkret: Vom Jahrgang 1958, der 2025 das Rentenalter von 66 Jahren erreichte, traten nur 37 Prozent regulär in den Ruhestand. 27 Prozent nutzten die abschlagsfreie „Rente mit 63" nach 45 Beitragsjahren, 18 Prozent gingen mit Abschlägen früher. Der Trend setzt sich fort: 2025 bezogen bereits 1,1 Millionen Menschen der Jahrgänge 1960 bis 1963 vorzeitig Altersrente. Obwohl das gesetzliche Renteneintrittsalter zwischen 2012 und 2025 um 14 Monate stieg, erhöhte sich das tatsächliche Zugangsalter nur um acht Monate.
Handwerkspräsident Jörg Dittrich nennt das ein Problem der „simplen Mathematik": Das umlagefinanzierte System – bei dem Beitragszahler direkt die laufenden Renten finanzieren – sei demografisch nicht mehr tragfähig. Er fordert höhere Abschläge bei Frühverrentung und ein höheres effektives Rentenalter.
Nur 37 Prozent der Babyboomer gehen regulär in Rente
Warum das wichtig ist
Wer heute 30 bis 45 Jahre alt ist, zahlt steigende Rentenbeiträge, während immer mehr Babyboomer früher aus dem System ausscheiden – das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern verschlechtert sich dadurch kontinuierlich.