654.000 Kinder wurden 2024 in Deutschland geboren – so wenige wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Geburtenziffer liegt bei 1,32 Kindern pro Frau, womit Deutschland laut Statistischem Bundesamt auf Platz 170 von 193 Staaten weltweit rangiert.
Auch der Kinderwunsch junger Erwachsener schwindet. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ermittelte für 2024/25 einen Wunschdurchschnitt von 1,65 Kindern bei 18- bis 39-Jährigen – drei Jahre zuvor waren es noch 1,8. Der Rückgang trifft das Sozialsystem direkt: Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung funktionieren nach dem Umlageprinzip, das heißt, heutige Erwerbstätige finanzieren heutige Leistungsempfänger. Weil gleichzeitig die geburtenstarke Babyboomer-Generation in Rente geht, kippt dieses Verhältnis. Der Bund gleicht das mit Steuermitteln aus: 155,4 Milliarden Euro fließen 2025 in die Sozialversicherungen, davon 127,4 Milliarden allein in die Rentenversicherung. Bis 2030 soll dieser Betrag auf 192,7 Milliarden Euro steigen.
Die Bundesregierung diskutiert deshalb, Kinderlose stärker an den Kosten zu beteiligen – ähnlich dem Modell der Pflegeversicherung, wo Kinderlose bereits höhere Beiträge zahlen.
Deutschlands Geburtenrate sinkt auf Rekordtief – Sozialstaat unter Druck
Warum das wichtig ist
Wer keine Kinder hat, muss künftig möglicherweise höhere Sozialbeiträge zahlen – konkret könnten Aufschläge wie in der Pflegeversicherung auf weitere Versicherungszweige ausgeweitet werden.