Ab 1. Juli können rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige ihre Steuererklärung per Smartphone in wenigen Minuten abgeben. Die neue Funktion der „MeinElster+"-App richtet sich zunächst an ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentnerinnen und Rentner. Bayern hatte die Anwendung im Auftrag von Bund und Ländern entwickelt; sie steht in allen Bundesländern zur Verfügung.

Der Haken: Die App berücksichtigt nur Daten, die der Finanzverwaltung bereits vorliegen – etwa Lohn- und Rentenbezüge sowie Sozialversicherungsbeiträge. Individuelle Ausgaben wie Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen bleiben unberücksichtigt. Dabei ist genau das für viele Steuerpflichtige entscheidend: Das Finanzamt zieht Arbeitnehmern automatisch 1.230 Euro als Werbungskostenpauschale ab. Wer höhere berufliche Ausgaben nachweist – etwa Pendlerkosten oder Weiterbildungen – spart zusätzlich. Laut Statistischem Bundesamt bekamen Steuerpflichtige zuletzt im Schnitt 1.172 Euro zurück.

Wer also mehr als die Pauschale geltend machen kann, fährt mit der klassischen Steuererklärung besser. Die Finanzverwaltung plant, den App-Service schrittweise auszubauen und weitere Nutzergruppen einzubeziehen.