ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski rechnet im dritten Quartal mit einem Ölpreis von rund 90 Dollar je Barrel – das würde Benzin und Diesel auf über 2,30 Euro je Liter treiben. Gleichzeitig erwartet er, dass die Inflation in Deutschland bis Jahresende auf mehr als drei Prozent steigt. Als Hauptgrund nennt er den Konflikt um die Straße von Hormus: Brzeski geht davon aus, dass dort bis Jahresende rund 15 Prozent weniger Schiffe passieren als vor dem Krieg.
Beim Gas ist die Lage ebenfalls angespannt. Die deutschen Speicher sind derzeit nur etwa zur Hälfte gefüllt. Bei einem normalen Winter erwartet Brzeski keine Engpässe – bei mehreren sehr kalten Monaten hintereinander jedoch schon, im schlimmsten Fall bis hin zu einer Gasmangellage. Die Gaspreise könnten auf rund 70 Euro je Megawattstunde steigen, etwa 30 Prozent mehr als im Frühjahr. Kleine Energieversorger, die hohe Einkaufspreise nicht sofort weitergeben können, sieht er dabei besonders gefährdet.
Brzeski fordert die Bundesregierung auf, frühzeitig zusätzliche Flüssiggas-Mengen (LNG) aus Ländern wie den USA oder Norwegen zu sichern – je früher, desto günstiger.
ING-Ökonom Brzeski warnt vor Sprit über 2,30 Euro und Gasmangel
Warum das wichtig ist
Wer ein Auto fährt oder Gas heizt, muss sich auf spürbar höhere Kosten einstellen: Sprit könnte über 2,30 Euro kosten, Gaspreise um rund 30 Prozent steigen.