Der deutsche Immobilienmarkt steckt in einer Schere: Kaufpreise stagnieren, Mieten klettern – und trotzdem wollen 80 Prozent der 23- bis 30-Jährigen (Generation Z) eines Tages ein Eigenheim besitzen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt in einer aktuellen Studie: Eigentumswohnungen verteuerten sich im dritten Quartal nur um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Einfamilienhäuser um 0,4 Prozent. Seit 2023 bewegen sich die Kaufpreise damit weitgehend seitwärts – gut zehn Prozent unter dem Höchststand von 2022.
Hauptbremse sind die Kreditzinsen. Zehnjährige Immobiliendarlehen kosten laut Interhyp inzwischen rund 4,5 Prozent – der höchste Stand seit der Finanzkrise 2009. Wer 300.000 Euro aufnimmt, zahlt monatlich rund 1.600 Euro, rund zehn Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn.
In den sieben größten Städten sanken die Wohnungspreise sogar um 0,8 Prozent. Besonders stark fielen sie in Stuttgart (−3,9 %), Berlin (−2,0 %) und Köln (−1,3 %). Zuwächse verzeichneten dagegen Essen (+3,5 %), Dortmund (+2,0 %) und Hamburg (+1,8 %).
Weil viele potenzielle Käufer auf dem Mietmarkt verbleiben, steigen die Angebotsmieten bundesweit um 4,5 Prozent. Im Umland der Metropolen sogar um 5,2 Prozent.
Dennoch wünschen sich laut Interhyp-Wohntraum-Studie 68 Prozent aller Mieter Wohneigentum – bei der Generation Z sind es sogar 80 Prozent, und bei rund der Hälfte ist dieser Wunsch zuletzt noch gewachsen.
Hohe Zinsen lähmen Kaufmarkt – Mieten steigen, Gen Z träumt trotzdem
Warum das wichtig ist
Wer kaufen oder mieten will, steht vor steigenden Kosten auf beiden Seiten – und braucht eine solide Finanzplanung.