Die aktuelle Hitzewelle lässt die Strompreise in Europa stark steigen. An der Strombörse kletterte der Preis in Deutschland am Mittwochabend auf 933 Euro pro Megawattstunde – nahe an einem Rekordwert. In Belgien wurde mit 1.038 Euro sogar ein neuer Allzeitrekord geknackt.
Dahinter steckt ein doppeltes Problem: Einerseits treibt die Hitze den Strombedarf für Kühlung – von Klimaanlagen über Rechenzentren bis zu Krankenhäusern – deutlich nach oben. Andererseits fällt mit dem Sonnenuntergang die günstige Solarstromproduktion weg, während gleichzeitig kaum Wind weht. Experten nennen dieses Zusammentreffen „Hitzeflaute". Die entstehende Lücke schließen dann teure Gas- und Kohlekraftwerke. Zusätzlich mussten französische Atomkraftwerke wegen zu warmer Flusstemperaturen sieben Reaktoren abschalten, was ihre Gesamtleistung um 9,8 Prozent senkte.
Besonders spürbar sind die Preissprünge abends: Eine Kilowattstunde kostete an der Börse zeitweise über 70 Cent.
Hitzewelle treibt Börsenstrompreis auf fast 1.000 Euro pro Megawattstunde
Warum das wichtig ist
Unternehmen mit dynamischen Stromtarifen – also Verträgen, die direkt am Börsenpreis hängen – zahlen in den Abendstunden gerade deutlich mehr, besonders Betriebe im Schichtbetrieb, Kühlhäuser und Rechenzentren.