Die Hitzewelle lässt die Strompreise an der Börse explodieren. Am Abend des 24. Juni kostete eine Kilowattstunde kurz vor 21 Uhr zeitweise mehr als 70 Cent – das entspricht einer Verzehnfachung gegenüber den Tagespreisen, wenn Solarstrom das Netz flutet und die Börsenpreise gegen null drückt.

Der Grund liegt im Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Sobald die Sonne untergeht, bricht die Solarstromproduktion ein. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch, weil Klimaanlagen, Rechenzentren, Kühlhäuser und Krankenhäuser weiter laufen. Dazu kommt Windstille – die heiße, kaum bewegte Luft lässt Windräder stillstehen. Teurere Gas- und Kohlekraftwerke müssen deshalb einspringen und bestimmen dann den Preis für alle gehandelten Strommengen dieser Stunde. Erschwerend wirkt, dass Kraftwerke wegen fehlenden Kühlwassers oder zu hoher Flusstemperaturen eingeschränkt sind.

Fachleute nennen das Phänomen „Hitzeflaute" – angelehnt an die winterliche Dunkelflaute. Die Bundesnetzagentur betont, die Versorgungssicherheit sei aktuell nicht gefährdet. Es handle sich um ein marktliches Phänomen.