Cyberangriffe auf Kühlsysteme von Supermärkten haben in mehreren deutschen Bundesländern massive Lebensmittelverluste verursacht: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern manipulierten Hacker die Temperatursteuerung von Kühlregalen und -lagern in der Nacht auf Montag.

Betroffen sind unter anderem ein Edeka-Markt im niederbayerischen Reisbach, wo Kühlanlagen auf 50 Grad hochgeheizt wurden, sowie ein Supermarkt in Lilienthal bei Bremen, dessen Inhaber Warenverluste von über 360.000 Euro meldete. In Nordrhein-Westfalen traf es zwei CAP-Märkte in Wuppertal und Wetter-Volmarstein sowie einen Rewe-Markt in Raesfeld.

Der eigentliche Angriff richtete sich laut Ermittlern gegen Dienstleisterfirmen, die Kühlanlagen per Fernzugriff warten – eine Schwachstelle in der vernetzten Infrastruktur des Lebensmittelhandels. Kriminalpolizei in Bayern und Niedersachsen ermitteln.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: Wird die Kühlkette unterbrochen, können sich Krankheitserreger wie Salmonellen rasch vermehren. Besonders kritisch sind Hackfleisch und frischer Fisch, die bei null bis vier Grad gelagert werden müssen.

Parallel zeigt der Bio-Lebensmittelmarkt Wachstum: Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2026 um 4,3 Prozent auf 14,08 Milliarden Euro. Die heimische Öko-Anbaufläche wuchs zwar leicht auf 1,9 Millionen Hektar, doch die Zahl der Bio-Höfe sank auf 28.150 – was Importeuren Vorteile verschaffen könnte.