In der Nacht zum 2. November haben Unbekannte Kühlanlagen in Supermärkten mehrerer europäischer Länder aus der Ferne manipuliert. Kühlregale, Tiefkühltruhen und Kühlräume wurden so warm, dass Händler große Mengen Lebensmittel entsorgen mussten. Temperaturen von bis zu 50 Grad wurden gemessen.

Auch Deutschland ist betroffen. Bekannte Fälle gibt es bei CAP in Wuppertal und Wetter-Volmarstein, bei Rewe in Raesfeld sowie bei Edeka in Reisbach und Lilienthal. In der Westpfalz meldete die Polizei zusätzlich zwei Vorfälle in den Kreisen Kaiserslautern und Kusel. Einen weiteren Fall in Diepholz prüfen die Ermittler noch.

Die Angreifer nutzten eine reguläre Gerätefunktion aus: Gewerbliche Kühlanlagen besitzen einen Abtaumodus, der Eis an den Kühlflächen mit Heizstäben entfernt. Wer Zugriff auf die Fernsteuerung erlangt, kann diesen Modus gezielt auslösen. Solche Steuergeräte sind teils offen im Internet erreichbar und lassen sich über automatisierte Scans auffinden. Kassen- oder Warenwirtschaftssysteme wurden nicht angegriffen, Daten nicht gestohlen. Bereits am 12. Oktober hatte es eine ähnliche Angriffswelle gegeben, die vor allem Frankreich traf.