In 56 von 200 untersuchten Städten steigt die Grundsteuer 2026 – das zeigt eine Auswertung des Bundes der Steuerzahler (BdSt), der dafür größere Kommunen in ganz Deutschland analysiert hat. Der Hebesatz – der kommunale Multiplikator, der die individuelle Steuerhöhe bestimmt – liegt damit in mehr als einem Viertel aller untersuchten Städte höher als im Vorjahr.

Besonders auffällig ist die regionale Verteilung. In Nordrhein-Westfalen hat fast jede zweite untersuchte Stadt den Hebesatz angehoben: 39 von 79 Kommunen, rund 49 Prozent. Bayern kommt auf 24 Prozent, Niedersachsen auf rund 19 Prozent, Baden-Württemberg auf knapp 18 Prozent. In Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz gab es dagegen in der Stichprobe keine einzige Erhöhung. Hintergrund der Entwicklung ist die Grundsteuerreform, die Anfang 2025 in Kraft trat – ausgelöst durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die alte Berechnung für verfassungswidrig erklärt hatte. Das politische Versprechen, die Reform aufkommensneutral zu gestalten, gilt dabei nur für den Umstellungsmoment, nicht dauerhaft.