Frankreichs Staatsschulden haben unter Präsident Emmanuel Macron die Marke von 3500 Milliarden Euro überschritten – ein Anstieg von 1000 Milliarden seit 2017. Allein die Zinslast beträgt in diesem Jahr 65 Milliarden Euro, mehr als der Staat für Verteidigung und Bildung zusammen ausgibt. Für zehnjährige Staatsanleihen zahlt das Land derzeit 4,4 Prozent – mehr als Italien. Das zeigt: Die Finanzmärkte verlieren das Vertrauen in Frankreichs Wirtschaftskraft.

Gleichzeitig steckt die Volkswirtschaft in der Klemme: Das Wachstum liegt bei mageren 0,4 Prozent, die Arbeitslosigkeit steigt auf 8,2 Prozent, und das Haushaltsdefizit für 2026 beläuft sich auf 5,1 Prozent – weit über der EU-Grenze von 3 Prozent. Vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen traut sich dennoch keine Regierung zu sparen.

In dieser Lage macht der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon mit einem radikalen Vorschlag Schlagzeilen: Die Europäische Zentralbank solle die Schulden schlicht streichen. Konkret geht es um die 18 Prozent der Staatsschulden, die die Banque de France hält. In Umfragen liegt Mélenchon derzeit auf Platz zwei hinter Marine Le Pen.