Die Europäer rechnen mit etwas weniger Inflation. Laut einer EZB-Umfrage erwarten Verbraucher in den Euro-Ländern für die kommenden zwölf Monate eine Teuerungsrate von 3,5 Prozent – im April lag dieser Wert noch bei 4,0 Prozent. Die wahrgenommene Inflation der vergangenen zwölf Monate blieb dagegen stabil bei 4,0 Prozent.
Auf längere Sicht bleiben die Erwartungen erhöht. Für einen Zeitraum von drei Jahren rechnen Verbraucher unverändert mit 2,9 Prozent Inflation, für fünf Jahre mit 2,4 Prozent. Beide Werte liegen damit deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent – also dem Niveau, das die Notenbank als Preisstabilität definiert. Die tatsächliche Inflationsrate lag im Mai bei 3,2 Prozent.
Die EZB reagiert auf den Preisdruck: Am 11. Juni erhöhte sie erstmals seit fast drei Jahren ihren Leitzins – den Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Notenbank Geld leihen – von 2,0 auf 2,25 Prozent. Hintergrund sind unter anderem stark gestiegene Energiepreise infolge militärischer Konflikte im Nahen Osten.
EZB-Umfrage: Verbraucher senken Inflationserwartung auf 3,5 Prozent
Warum das wichtig ist
Wer einen variablen Kredit hat, sollte wissen: Der gestiegene Leitzins von 2,25 Prozent kann Finanzierungskosten weiter verteuern.