Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank entrümpelt ihr Regelwerk: Von mehr als 130 geprüften Aufsichtsdokumenten werden rund 40 aufgehoben oder überarbeitet. Das kündigte EZB-Direktoriumsmitglied Frank Elderson in einem Blogeintrag an.
Konkret schwächt die EZB einen geplanten Leitfaden zur Unternehmensführung und Risikokultur ab – also zu den internen Kontroll- und Entscheidungsstrukturen von Banken. Statt des Leitfadens soll im ersten Quartal 2027 ein Bericht über bewährte Praktiken erscheinen. Elderson betonte dabei ausdrücklich, die Reform bedeute keine niedrigeren Standards: Es gehe darum, Vorgaben klarer und zugänglicher zu machen, nicht darum, weniger zu kontrollieren.
Der Schritt fällt in ein politisch aufgeladenes Umfeld. In den USA und Großbritannien haben Aufsichtsbehörden Bankenregeln gelockert, die nach der Finanzkrise eingeführt worden waren. Deutsche Bankenverbände fordern deshalb ebenfalls weniger Bürokratie, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Kritiker mahnen hingegen, die Aufsicht nicht zu stark zurückzufahren.
EZB streicht 40 veraltete Bankenregeln und vereinfacht Aufsicht
Warum das wichtig ist
Für Bankkunden ändert sich vorerst nichts direkt – die EZB betont, dass Sicherheitsstandards erhalten bleiben; die Reform zielt auf schlankere interne Prozesse der Banken, nicht auf gelockerte Schutzregeln.