Die Europäische Zentralbank erwägt, die Mindestreserve für Geschäftsbanken von einem auf zwei Prozent zu verdoppeln. Das bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber Medien am Rande der EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra. Ziel ist es, die eigenen Zinsausgaben zu senken.
Der Hintergrund: Banken müssen einen kleinen Teil ihrer Kundeneinlagen unverzinst bei der Notenbank parken – das ist die Mindestreserve. Alles darüber hinaus sind sogenannte Überschussreserven, auf die die EZB aktuell 2,25 Prozent Zinsen zahlt. Diese Überschussreserven summieren sich auf rund 2,1 Billionen Euro, was das Eurosystem jährlich etwa 48,7 Milliarden Euro kostet. Eine Verdopplung der Mindestreserve würde diese Zinslast um knapp vier Milliarden Euro jährlich senken. Ein EZB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Der EZB-Rat hat den Vorschlag noch nicht offiziell diskutiert – eine Entscheidung wird laut Insidern bis zum Herbst erwartet.
EZB plant Verdopplung der Mindestreserve – Banken verlieren Milliarden
Warum das wichtig ist
Für Bankkunden ändert sich zunächst nichts direkt, doch Geschäftsbanken verlieren durch die Reform jährlich fast vier Milliarden Euro an risikolosen Zinserträgen – was mittelfristig ihre Gewinne und Ausschüttungen drücken könnte.